2004   -   2012
   
       



                                                          

                          
      
 
 
 

 



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Nach einem Klassentreffen in Duderstadt nutze ich die Gelegenheit, den Harz auf dem Hexenstieg zu durchqueren. Der Triebwagen der DB steuert ab Herzberg die schwärzeste Stelle am Firmament, nämlich Osterode, an, und pünktlich setzt dort der Landregen ein. Am nächsten Tag jagt mich eine gewittrige Kaltfront den Steilanstieg nach Torfhaus hinauf, von wo aus ich vorübergehend nach Bad Harzburg  ausweichen kann. Mit Überschreitung des Brockens setzt sich aber die klare Ostluft durch und sorgt für beste Fernsicht.

Der Hexenstieg beginnt mit dem Hundschen Weg zur Clausthaler Hochfläche. Er diente früher als Heerstraße und Erztransportweg. Am nächsten Morgen geht es am Bergbauort Lerbach vorbei  durch Buchen- und Fichtenwälder nach Buntenbock, von zahlreichen Teichen des Oberharzer Wasserregals eingeschlossen. Dabei handelt es sich um ein weltweit einmaligen Komplex aus Teichen, Gräben und Stollen. Weiter entlang des Dammgrabens zur Quelle der Innerste und auf gleicher Höhe zur Eisenquelle. Auf dem steilen Magdeburger Weg über felsiges Terrain erreiche ich schließlich Torfhaus und fahre sofort mit dem Bus hinab ins wider Erwarten sonnige Bad Harzburg.
Wieder in Torfhaus folge ich dem Hexenstieg auf dem Goetheweg entlang des Abbegrabens bis zum Eckersprung, der ehemaligen Grenze zur DDR.  Ab ca. 900m Höhe verschwinden die Bäume und ich steige entlang der Brockenbahn zum Gipfel empor. Hier freue mich bei den tief hängenden Wolken wenigstens über etwas Fernsicht. Sehenswerte Attraktion ist immer die schnaufende Brockenbahn und das Umrangieren der Lok. Steil hinab und weiter  über den Glashüttenweg mit Ausblick auf den Kurort Schierke. Ich folge dem Steinbach bis zum Königshütter Wasserfall und übernachte dort in einer idyllisch gelegenen Pension.   
In Königshütte vereinigen sich Kalte und Warme Bode und der Hexenstieg folgt nunmehr der Bode in tiefen schattigen Tälern.  Durch das romantische Tiefenbachtal zu einem Naturlehrpfad, der zum Hohen Kleef mit Brockenblick führt. Ziel heute ist der Luftkurort Altenbrak.
Höhepunkt und gleichzeitig Schlussetappe des Hexenstieges ist die Bodetalschlucht. Die Bode hat hier durch harten Granit eine bis vor kurzem unbegehbare Schlucht gegraben. Entsprechend schmal schlängelt sich der Pfad. Beeindruckend das Schäumen der Bode im Bodekessel, der schmalsten Stelle der Schlucht. Nach Überqueren der Teufelsbrücke kann man sowohl Rosstrappenfelsen als auch Hexentanzplatz erklimmen. Ich begnüge mich mit dem jeweiligen Abstieg, nachdem ich zuvor die Gondeln nach oben benutzt habe. Für Forscher und Historiker sind beide Ziele heilige Stätten unserer germanischen Vorfahren. So ranken sich auch Myten und Sagen um dieses Gebiet, z.B. die Walpurgisnacht auf dem Hexentanzplatz und der Hufabdruck von Brunhildes Pferd auf der Rosstrappe.

Leider übernachte ich nicht in der idyllischen Herberge am Fuße der Rosstrappe und wandere statt dessen zum Endpunkt meiner Tour nach Thale. Es umgibt mich das öde Flair einer Eisenhütten und -industriestadt. Der Besucherstrom von zuvor ist wie abgeschnitten. Aber es gibt einen Bahnhof.

                                                                                                                         
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